09.12.2010 Frankenpost: Ganz entspannt Englisch lernen

Die Montessori-Schule Berg bietet in der Grundstufe die Freiarbeit zweisprachig an. Lehrerin Michelle Müller ist eine gebürtige Amerikanerin.

 

Berg - Die Mädchen und Jungen der Grundstufen-Lerngruppe 3 in der Freien Montessori-Schule Berg sitzen entspannt im Morgenkreis, mitten unter ihnen Michelle Müller, die als gebürtige Amerikanerin mit den Kindern ganz locker Englisch spricht: einmal in der Woche pro Lerngruppe. Denn die "Freiarbeit" wird zweisprachig angeboten, in Deutsch und Englisch.

Die Grundschüler an der Montessorischule lernen schon ab der ersten Klasse Englisch. Schulleiter Stephan Ludl und sein Team sind überzeugt, dass die aktive Anwendung der Fremdsprache ein wichtiger Schlüssel zum nachhaltigen Lernen ist. So gibt es kein Pauken von Vokabeln, sondern eine kindgerechte Lehrmethode. Dabei haben die Schüler die freie Wahl, sich während der Freiarbeit auf Englisch unterrichten zu lassen - sogar in Mathematik. Da greift der Vorteil, dass Michelle Müller auch Mathematiklehrerin ist.

Michelle Müller ruft die Kinder einzeln auf, dann wird gemeinsam gesungen: "Good Morning", zum Text gibt es Bewegungen, die Hände kommen an die Knie, Füße und Ohren.

Finger schnellen nach oben, auch bei den Aufgaben wie das Erarbeiten des Datums und der Feststellung des Wetters. Die 20 Kinder sind aufmerksam dabei, keines ziert sich. Englisch gehört einfach dazu wie Mathematik und Deutsch. Wiederholungen fördern das Einprägen, fast nebenbei.

Michelle Müller ist nicht allein in der Klasse, die Klassenlehrerin Corina Konrad-Hamdi ist dabei und im Fall der Lerngruppe 3 auch Integrationshelferin Katja Kalmuczak. Heute steht ein Bilderbuch mit Tieren im Mittelpunkt - schwarzes Schaf, grüner Frosch, blaues Pferd. Wer möchte das Bilderbuch in Miniformat erstellen? Fast alle Finger schnellen nach oben. Schere, Lineal und Buntstifte werden auf Englisch erörtert.

Der Morgenkreis ist beendet, aber nicht jeder geht einfach an seinen Platz, sondern erst die Kinder mit einem roten Pulli, dann die Kinder mit blonden Haaren. Selbstverständlich kommen die Erklärungen auf Englisch, aber die Kinder verstehen, wer gemeint ist. Die Freiarbeit ermöglicht es, persönlich auf die Kinder der jahrgangsgemischten Lerngruppen einzugehen und individuell ausgerichtete englische Lerneinheiten anzubieten. Michelle Müller sagt: "Manche nehmen die Arbeitsanweisung in Englisch nicht an, ein weiterer Versuch meinerseits, und dann erklär ich es in Deutsch, aber auch nicht alles. Ich schleich mich sozusagen mit Englisch ein."

Amelie aus der zweiten Jahrgangsstufe ist vom Erlernen der zweiten Sprache begeistert. Dem schließt sich Lara-Selina an, die schon viel von den Gesprächen versteht. Katharina aus der vierten Stufe meint: "Wenn man so viel Englisch spricht, gewöhnt man sich viel schneller an die Fremdsprache." Nick aus der ersten Jahrgangsstufe gibt zu, nicht alles zu verstehen, aber Bilder helfen weiter - und er steht ja erst am Anfang.

 

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Auch im "Morgenkreis", zu dem sich Schüler und Lehrerin in lockerer Athmosphäre versammeln, wird Englisch gesprochen.
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